Sollten die Bosse des VfL-Bochum die „Reis“-Leine ziehen? – Fans uneins

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Der VfL Bochum kann auch bei Aufsteiger Schalke 04 nicht punkten. Damit steht der Ruhrpott-Club nach sechs Niederlagen in den ersten sechs Saisonspielen auf dem letzten Tabellenplatz. Medienberichten zufolge war Trainer Thomas Reis bereits vor der Derbyniederlage intern angezählt worden. Eine Jobgarantie wollten ihm die Verantwortlichen des VfL jedenfalls nicht geben (FanQ berichtete). Aus diesem Grund hat FanQ die deutschen Fußballfans befragt, ob die Bochumer sich nach der Niederlage auf Schalke von ihrem Übungsleiter trennen sollten und ob trotz des katastrophalen Starts in die neue Spielzeit überhaupt noch Hoffnung für den VfL besteht.  

VfL mit drittschlechtestem Start der Bundesligahistorie

Thomas Reis steht nach der 3:1-Niederlage in Gelsenkirchen am vergangenen Wochenende vor dem Aus. Verkündet wurde die Trennung bisher noch nicht, allerdings wird eine zeitnahe Entscheidung erwartet. Am Vormittag nach dem verlorenen Derby gegen Aufsteiger Schalke hatte es eine Aussprache innerhalb der Mannschaft gegeben, bevor der Trainer hinzustieß und wie geplant die Regenerationseinheit leitete.

Außerdem wurde es eine Krisensitzung einberufen, an der Patrick Fabian, der neue Geschäftsführer Sport, Finanzvorstand Ilja Kaenzig und Vorstandsboss Hand-Peter Villis teilnahmen und über die weiteren Schritte diskutierten. Nach intensiven Gesprächen wurde die Entscheidung nach Informationen des „Kicker“ auf den heutigen Montag vertagt.

Der VfL Bochum war unter Thomas Reis für viele überraschend in die Bundesliga aufgestiegen und konnte in der letzten Saison souverän die Klasse halten. Mit Platz 13 und 42 Punkten erzielte man am Ende ein durchaus achtbares Ergebnis. In dieser Spielzeit tut sich der Ruhrpott-Club jedoch deutlich schwerer. Neben zahlreichen Verletzungen und individuellen Fehlern ist auch das fehlende Matchglück ein Grund dafür, dass die Bochumer noch keinen einzigen Punkt auf dem Konto haben. Bis auf die krachende 0:7-Niederlage gegen Bayern München hätte sich der VfL in den übrigen Spielen mit etwas mehr Fortune den einen oder anderen Punkt erkämpfen können.

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Auch neben dem Platz sorgt die ehemalige „Graue Maus“ für Diskussionsstoff. So ist es ein offenes Geheimnis, dass das Vertrauensverhältnis zwischen Vereinsführung und Trainer gestört ist. Reis hatte im vergangenen Sommer offenbar mit Schalke 04 verhandelt und die VfL- Verantwortlichen angeblich diesbezüglich zunächst angeflunkert. Außerdem gab es zuletzt Irritationen über den Stand der Verhandlungen des im Sommer 2023 auslaufenden Vertrags des Bochumer Übungsleiters. Diese wurden jetzt ohnehin erstmal vertagt.

Reis selbst gibt sich trotz der bedenklichen sportlichen Situation kämpferisch und sagt, er habe „mächtig Bock, den Bock umzustoßen.“ Wie den Post-Match-Interviews von Kapitän Anthony Losilla und Simon Zoller zu entnehmen ist, steht die Mannschaft jedenfalls noch hinter ihrem Coach. Dessen ist sich dieser auch bewusst. „Das ist noch nicht das Ende der Fahnenstange. Dass die Mannschaft mir weiterhin folgt, dürfte jeder gesehen haben“, wird er vom „Kicker“ zitiert. Nach der Niederlage auf Schalke gab der Übungsleiter im Interview mit „Sky“ zudem an, eine Mannschaft gesehen zu haben, „die Vollgas gibt, die marschiert.“ Der 48-Jährige scheint überzeugt zu sein, dass er noch der richtige Mann für den Trainerjob beim kriselnden Ruhrpott-Club ist. „Ich sehe nicht, dass ich die Mannschaft verloren habe“, betonte er, ehe er versicherte: „Ich glaube, dass man es auch mit mir machen kann.“

Vor diesem Hintergrund hat FanQ die Fußballfans in Deutschland befragt, ob sich der VfL Bochum von Übungsleiter Thomas Reis trennen sollte. Dabei gehen die Meinungen der Anhänger auseinander. So glauben 48,44 %, dass die VfL-Bosse besser damit fahren würden, ihren Coach zu entlassen. 39,84 % sehen es hingegen wie Reis selbst und glauben, dass er nach wie vor der richtige für diese Position ist. Allerdings denkt nur noch etwas mehr als ein Drittel (35,96 %) der Fußballbegeisterten hierzulande, dass für den Ruhrpott-Club nach dem drittschlechtesten Start der Bundesligageschichte noch Hoffnung besteht. Über die Hälfte (57,30 %) der Befragten vertritt jedoch die Ansicht, dass die Abwärtsspirale beim VfL nicht mehr zu stoppen ist.

Update:

Im Laufe des Tages sind die Bochumer Verantwortlichen nach einer ihrer Meinung nach „gründlichen und tiefgehenden Analyse“ doch zu einer Entscheidung gekommen. Nach fast genau drei Jahren trennt sich der VfL Bochum von Thomas Reis und dessen Co-Trainer Markus Gellhaus. Interimsweise übernimmt U19-Coach Heiko Butscher den Tabellenletzten der Bundesliga.

„Dass uns diese Entscheidung nicht leichtfällt, dürfte allen klar sein“, wird der neue Sport-Geschäftsführer Patrick Fabian in einem offiziellen Statement auf der Homepage des VfL zitiert. „Thomas Reis hat eine Verbindung zu Verein und Stadt, die über die erfolgreichen vergangenen drei Jahre hinausreicht“, so der 34-Jährige weiter. Allerdings müssten die Bochumer „dringend Lösungen finden, die sportlich sehr schwierige Situation zu verbessern und zugleich Themen, die darauf negativen Einfluss haben, auszublenden.“

Damit nahm er wohl auch Bezug auf die anhaltenden Diskussionen rund um die Verhandlungen mit Reis über die Verlängerung von dessen Arbeitspapier im Vorfeld der noch jungen Spielzeit, über deren Stand es wohl unterschiedliche Auffassungen gab. „Richtig ist, dass es vor der Saison Bestrebungen gab, die gemeinsame Arbeit fortzusetzen. Da die Vertragsverhandlungen immer häufiger die öffentliche Wahrnehmung beeinflussten, haben wir uns gemeinsam mit dem Trainer dazu entschieden, diese zu vertagen und es anschließend so kommuniziert“, beschreibt Fabian seine Sicht der Dinge. Diese Gespräche haben sich mit der heutigen Freistellung von Reis erübrigt.

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