Mehrheit der Frauen und Männer fordert vom DFB mehr Unterstützung für die Frauen-Bundesliga

Große Fan-Studie „Frauen im Fußball“: Frauen fühlen sich nicht ausreichend repräsentiert - Verständnis der Männer ist ausbaufähig

FanQ-Studie: Mehrheit der Frauen und Männer fordert vom DFB mehr Unterstützung für die Frauenbundesliga. Niedrige Frauenquote in Führungspositionen im deutschen Profi-Fußball trifft bei männlichen Fans auf Gleichgültigkeit, bei weiblichen Fans auf Ablehnung. Die vermehrte Ablösung der Frauen-Traditionsclubs durch Frauenabteilungen etablierter Männer-Clubs wird von den Frauen mehrheitlich positiv und von den Männern mehrheitlich negativ bewertet.

Köln. International ist der Frauen-Fußball bereits auf dem Vormarsch. Vereine wie der FC Barcelona oder auch der FC Chelsea schaffen für ihre Frauenabteilungen optimale Bedingungen für sportlichen Erfolg, sowie finanzielle Stabilität. Auch die Frauen-Champions League erhält eine Reform, die unter anderem Spielprämien vervierfacht. In der letzten Woche verkündete der FC St. Pauli die Einführung einer Frauenquote, kurz zuvor gab der irländische Fußballverband bekannt, die Frauen-Nationalmannschaft nun genau so zu bezahlen wie die Männer-Nationalmannschaft. In Deutschland entwickelt sich stetig der Trend, dass etablierte Bundesliga-Clubs der Männer eigene Frauenabteilungen gründen, um auch dort in den Wettbewerb und Markt einzusteigen. Trotz allem hält sich die mediale Aufmerksamkeit für den Frauen-Fußball in Deutschland in Grenzen und auch die Führungsetage der Bundesligisten bleibt eine Männer-Domäne. Die Voting-Plattform FanQ hat im Auftrag des Sport-Informations-Dienst (SID) Deutschlands Fußball-Fans gefragt, wie sie die jüngsten Entwicklungen im Frauen-Fußball sehen und welche Rolle Frauen im Fußball einnehmen sollten. An der repräsentativen Studie nahmen 2.146 Personen teil. Die erhobenen Ergebnisse wurden zwischen Männern und Frauen differenziert, weil sich die Bewertungen der beiden Geschlechter stark voneinander unterscheiden.
Laut der Studie zeigen 75,6 % der Frauen starkes Interesse am Frauenfußball. Die befragten Männer zeigen dies nur zu 27,0 %. Die Entwicklung des Frauenfußballs in Deutschland bewerten die Frauen nur zu 29,2 % und die Männer nur zu 35,9 % positiv. Die Frage ob Bundesliga-Vereine verpflichtet sein sollten, Frauenabteilungen zu unterhalten, verneinen 56,4 % der Männer, während die Frauen zu 72,9 % mit ‚Ja‘ stimmen.

In den Führungspositionen der Männer-Bundesliga ist die Frauenquote nach wie vor niedrig. Eine stärkere Beteiligung qualifizierter Frauen durch eine Quote im Vorstand des Lieblingsvereins würden 74,4 % der weiblichen Befragten daher sehr begrüßen. Bei den Männern stößt eine Frauen-Quote im Vorstand nur bei 35,0 % auf Zustimmung, während 48,5 % diese Idee ablehnen.

Einer Verpflichtung der Bundesligisten, eigene Frauenabteilungen zu unterhalten, stimmen 72,9 % der weiblichen Fans zu. Die Männer hingegen sprechen sich nur zu 35,7 % für eine Verpflichtung aus, während 56,4 % gegen eine Verpflichtung sind.

Die vermehrte Ablösung der Frauen-Traditionsclubs durch Frauenmannschaften etablierter Männer-Clubs wird von den weiblichen Fans sehr positiv bewertet. Bei den Männern stößt man mehr auf Ablehnung. Insgesamt 50,3 % der Frauen begrüßen die direkte Beteiligung der Männer-Clubs am Frauenfußball. Bei den Männern sind es nur 28,7 % der Befragten, die diese Ablösung begrüßen. 43,4 % der männlichen Fans lehnen die Ablösungen hingegen ab.

Das Interesse für Frauenfußball ist bei 75,6 % der befragten Frauen groß bis sehr groß. 13,0 % zeigen ein mittelmäßiges Interesse. Nur 11,4 % haben wenig bis gar kein Interesse.
Bei den befragten Männern hingegen zeigen nur 27,0 % großes bis sehr großes Interesse für Frauenfußball. 19,1 % zeigen ein mittelmäßiges Interesse. 53,9 % der Männer sagen, Frauenfußball interessiert sie kaum bis gar nicht.

Ein weiterer Aspekt der Studie ist die Förderung des Frauenfußballs. Dort sind sich die beiden Geschlechter weitestgehend einig, dass der DFB die Frauenbundesliga mehr fördern sollte, beispielsweise durch eine bessere Vermarktung. Während bei den Frauen hier 94,2 % zustimmen, stimmen immerhin 71,0 % der Männer auch für eine Förderung des Frauenfußballs.

Die mediale Berichterstattung des Frauenfußballs hat laut 70,3 % der weiblichen Befragten noch viel Verbesserungsbedarf. Ähnlich sehen dies die Männer. Fragt man die männlichen Fans, sagen 61,2 % die Berichterstattung sei ausbaufähig.

89,7 % der befragten, weiblichen Fans sagen, sie würden auch mehr Frauenfußball schauen, wenn mehr Spiele und Spielberichte im TV gezeigt würden. Bei den Männern sind die Meinungen allerdings gespalten. Während 50,7 % sagen, sie würden bei mehr Berichterstattung mehr Frauenfußball schauen, verneinen 43,1 % diese Frage.

Das ist FanQ

FanQ ist die “Stimme der Fans”. Es ist die einzige Fußball-App, in der die Meinung der Fans im Mittelpunkt steht. Die erfahrene FanQ-Redaktion stellt täglich aktualisierte Umfragen in die App und versorgt die Teilnehmer*Innen mit allen wichtigen Hintergrundinformationen, die benötigt werden. Fans können in der App zu ihren Lieblingsklubs und allen relevanten Themen des Fußballs ihre Stimme abgeben. Die Voting-App ist interaktiv. Fans können Meinungen austauschen, sozial interagieren und eigene Fragen stellen. Daraus entsteht ein repräsentatives Stimmungsbild, wie es um den Zustand des Fußballs steht. Außerdem erstellt FanQ Langzeitstudien, um komplexe Themen zu erforschen. Die Fußball-App ist kostenlos. Sie kann ganz einfach im App-Store runtergeladen werden. FanQ hat seinen Sitz in Köln.

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