Für knapp die Hälfte der Fans spielen Fehlerngeständnisse des DFB keine Rolle

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Von Eike Wölk

Der Deutsche Fußball-Bund zeigt sich von einer neuen Seite und gibt gleich vier Fehlentscheidungen seiner Schiedsrichter-Teams aus der noch jungen Spielzeit zu. Bei den falsch eingeschätzten Szenen ging es jeweils um Handspiele im Strafraum, was die offensichtliche Verunsicherung der Referees in diesen Situationen deutlich macht. Betroffen von diesen Entscheidungen waren die Begegnungen Borussia Dortmund gegen TSG Hoffenheim, Werder Bremen gegen FC Augsburg, Hertha BSC Berlin gegen Bayer 04 Leverkusen und 1. FC Köln gegen Union Berlin. FanQ hat in diesem Zusammenhang die Fußballfans in Deutschland befragt, wie sie solche Fehlergeständnisse bewerten.

Schiedsrichter bei Handspielen mit keiner klaren Linie

Es waren teils konfuse Schiedsrichterentscheidungen, die den fünften und sechsten Spieltag der Bundesliga begleiteten. In gleich vier Begegnungen wurden Handspiele im Strafraum nicht oder falsch geahndet, eine klare Linie war in diesen Szenen nicht zu erkennen.

Beim Spiel des BVB gegen Hoffenheim hätte das Handspiel des Hoffenheimer Verteidigers Ozan Kabak bestraft werden müssen. Sein linker Unterarm bewegte sich weg vom Körper und direkt in die Flugbahn des Balls. Diese unnatürliche Armbewegung ließ auf Absicht schließen, ein Elfmeter wäre die logische Folge gewesen.

In den letzten Minuten der Partie Hertha gegen Leverkusen wehrte Bayers Odilon Kossounou ebenfalls einen Schuss mit seinem Arm ab. Auch hier gab es keinen Elfmeter. Dabei waren die TV-Bilder eindeutig, sodass der VAR definitiv hätte eingreifen müssen.

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Im Gegensatz dazu wurde im Spiel der Kölner gegen Union fälschlicherweise auf Strafstoß entschieden. ‚Effzeh‘-Abwehrmann Luca Kilian wurde das Leder im eigenen Sechzehnmeterraum an den Arm geköpft. Der Innenverteidiger befand sich dabei jedoch mit dem Rücken zum Ball. Es handelte sich folglich um eine völlig natürliche Armbewegung und eben keine unnatürliche Vergrößerung der Körperfläche. Der Schiedsrichter hätte die Partie also nicht unterbrechen dürfen. Der Elfmeter hatte zwar keine direkten Folgen, weil Marvin Schwäbe parierte, aber auch hier ließ der Video-Assistant-Referee die falsche Entscheidung bestehen.

Beim Match zwischen Bremen und Augsburg wurde hingegen wieder ein Strafstoß gepfiffen, der nicht hätte gegeben werden dürfen. Der Augsburger Maximilian Bauer befand sich in einer Drehbewegung ohne klare Orientierung zum Ball, die etwas gestreckten Arme waren eine natürliche Folge seiner Körperbewegung. Eigentlich eine klare Sache, aber erneut wurde es von Seiten der Videoschiedsrichter nicht für nötig befunden, ins Spielgeschehen einzugreifen.

„Wir haben die Situationen analysiert und werden die Ergebnisse vor dem nächsten Spieltag auch noch mal mit den Schiedsrichtern besprechen“, kündigte Peter Sippel, der sportliche Leiter der Bundesliga, an. Auch Lutz Michael Fröhlich, Geschäftsführer Sport und Kommunikation der DFB Schiri GmbH, forderte, „dass zu getroffenen Entscheidungen Klarheit geschaffen wird, unter Einbeziehung der Meinungen aus dem Schiedsrichterwesen und auch der Expertise von Fußballexperten.“

Angesichts der jüngsten Äußerungen der DFB- beziehungsweise DFL-Funktionäre hat FanQ die deutschen Fußballfans befragt, ob derartige Fehlergeständnisse für sie einen Wert haben. 48,62% der an der Umfrage teilnehmenden Personen gaben dabei jedoch an, mit solchen Eingeständnissen nur wenig anfangen zu können. Demgegenüber finden es 37,61% der Befragten positiv, dass der Verband zu seinen Fehlern steht.

 

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