Ex-Ultra als neuer Hertha-Präsident: Fans in Deutschland sehen Bernstein-Wahl positiv

Großteil der Befragten überzeugt: Fans in Führungspositionen fördern Sympathie und Authentizität eines Clubs und bringen einen neuen und wichtigen Blickwinkel für die Vereinsführung mit

FanQ-Umfrage: Kay Bernstein ist neuer Präsident von Hertha BSC Berlin. Bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung des Hauptstadtclubs wurde somit erstmals in der Ligageschichte ein Ex-Ultra zum Vereinspräsidenten eines Bundesligaclubs gewählt. Der 41-Jährige fordert nun einen „ehrlichen, wirklichen Neustart“.

Köln. Seit dem Wochenende steht es fest: Kay Bernstein tritt die Nachfolge von Werner Gegenbauer als Präsident von Hertha BSC an. Er setzte sich mit 1670 von 3016 gültigen Stimmen gegen den Wunschkandidaten des Aufsichtsrats, den langjährigen CDU-Bundestagsabgeordneten Frank Steffel, durch. Mit der Wahl des ehemaligen Hertha-Ultras sorgen die Vereinsmitglieder für ein Novum. Der Kommunikationswissenschaftler möchte beim Hauptstadtclub eine drastische inhaltliche Neuausrichtung in die Wege leiten. „Unsere ‚Alte Dame‘ liegt auf der Intensivstation. Jetzt können wir sie von innen ganzheitlich heilen und gesund machen“, sagte der 41-Jährige nach seiner Wahl. Es gehe darum, „dass wir unsere blauweiße Seele zurückgewinnen“. FanQ hat im Auftrag des SID über 900 Fußballfans in Deutschland zu dieser kleinen Revolution bei Hertha BSC Berlin sowie der Tatsache, dass Fans in Führungspositionen eines Clubs gelangen können, befragt. So bewerten generell 63,7 % die Möglichkeit, dass Fans eine verantwortungsvolle Rolle in ihren Vereinen einnehmen können, positiv. In diesem speziellen Fall glauben immerhin 51,4 %, dass Kay Bernstein der ‚Alten Dame‘ zu neuem Aufwind verhelfen kann.

Über die Hälfte der an der Umfrage teilnehmenden Personen (54,9 %) sieht die Wahl von Bernstein positiv bis sehr positiv. Allerdings stimmte auch jeder Fünfte (20,6 %) mit „sehr negativ“ ab. Darüber hinaus denken 44,5 %, dass der 41-Jährige der Aufgabe gewachsen ist, während 39,3 % dies anzweifeln.

Ebenfalls knapp über die Hälfte der Befragten (51,2 %) sind der Meinung, dass sich die Wahl eher positiv oder sehr positiv auf das Image des Hauptstadtclubs auswirkt. Demgegenüber gibt fast jeder Dritte (31,3 %) an, dass sich das Ergebnis der außerordentlichen Mitgliederversammlung eher negativ oder sehr negativ auf das Ansehen des Vereins auswirkt.

Die Umfrageteilnehmer gehen davon aus, dass Bernsteins Kernkompetenz darin liegen wird, eine gute Fanbindung herzustellen (79,1 %). Auf der anderen Seite trauen sie ihm weniger zu, einen geeigneten Nachfolger für Finanzchef Ingo Schiller zu finden (12,9 %), die wirtschaftliche Lage des Vereins zu verbessern (18,7 %), den Stadionneubau voranzutreiben (20,8 %), eine gute Beziehung zu Fredi Bobic aufzubauen (24,3 %) oder das Verhältnis zu Investor Lars Windhorst zu reparieren (26,0 %).

Obwohl fast zwei Drittel der Befragten (63,7 %) die Tatsache, dass Fans in Führungspositionen eines Clubs gelange können mit „gut“ (20,4 %) beziehungsweise „sehr gut“ (43,3 %) bewerten, gehen die Meinungen hinsichtlich der Frage, ob in jedem Club ein Fan eine Führungsposition bekleiden sollte, auseinander. So stimmten 45,5 % dafür, dass jeder Verein einen eigenen Anhänger in seinen wichtigsten Gremien haben sollte, andererseits sehen 43,0 % das nicht so. Darüber hinaus geben 49,1 % an, dass ein Fan in einer Führungsposition ihnen ihren Lieblingsclub noch näherbringen würde, während dies bei 41,7 % nicht der Fall wäre.

Gleichwohl sind 62,7 % der an der Umfrage teilnehmenden Personen der Ansicht, dass Fans in Führungspositionen die Sympathie und Authentizität eines Clubs fördern. Fast drei Viertel der Fans (73,6 %) stimmen der Aussage, dass ein Fan in einer verantwortungsvollen Rolle einen völlig neuen und wichtigen Blickwinkel für die Vereinsführung mitbringt, teilweise oder sogar vollständig zu.

Das ist FanQ

FanQ ist die “Stimme der Fans”. Es ist die einzige Fußball-App, in der die Meinung der Fans im Mittelpunkt steht. Die erfahrene FanQ-Redaktion stellt täglich aktualisierte Umfragen in die App und versorgt die Teilnehmer*Innen mit allen wichtigen Hintergrundinformationen, die benötigt werden. Fans können in der App zu ihren Lieblingsklubs und allen relevanten Themen des Fußballs ihre Stimme abgeben. Die Voting-App ist interaktiv. Fans können Meinungen austauschen, sozial interagieren und eigene Fragen stellen. Daraus entsteht ein repräsentatives Stimmungsbild, wie es um den Zustand des Fußballs steht. Außerdem erstellt FanQ Langzeitstudien, um komplexe Themen zu erforschen. Die Fußball-App ist kostenlos. Sie kann ganz einfach im App-Store runtergeladen werden. FanQ hat seinen Sitz in Köln.

Bei redaktionellen Rückfragen zu den Umfrageergebnissen nehmen Sie gerne Kontakt auf.

FanQ-Gründer

Dr. Joachim Lammert
joachim.lammert@fanq-app.com

Head of Research

Lukas Kopfer
lukas.kopfer@fanq-app.com

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